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  • Heike Dahner

Angst

Ich kenne niemanden der keine Angst vor etwas hat. Angst ist grundsätzlich nichts Schlechtes.

Angst kann uns vor etwas bewahren, beispielsweise dass wir in gefährlichen Situationen schnell und gut reagieren können. Es ist ein Schutz und auch ein Überlebensmechanismus, wenn zum Beispiel ein Einbrecher in unsere Wohnung kommt und wir uns dort ein Versteck suchen, weil wir natürlich Angst haben. Oder wir sehen wie ein Ball auf die Straße rollt, ein Kind hinterherrennt und wir realisieren im gleichen Moment das heranfahrende Auto. Auch wenn uns jemand bedroht, wird diese Alarmfunktion verbunden mit einer entsprechenden Aktivität in uns ausgelöst, weil wir die Gefahr, die von dieser Situation ausgeht, erkennen.

Durch diese Handlungen schützen wir Körper und Seele vor Schäden, bzw. beschützen andere (in dem Fall das Kind) vor Gefahr für Leib und Leben. Vielleicht werden wir oder andere durch unser instinktives Handeln so manches Mal sogar vor dem Tod beschützt.

Diese Angst (Gefühlszustand) prägt uns seit Urzeiten, was aber auch sehr wichtig ist.

Ich möchte mit dir über DIE Angst sprechen, die unser Leben permanent begleitet und beeinflusst, gar oft negativ beeinträchtigt oder lähmt. Nicht selten sind Menschen von mehreren Ängsten betroffen, was das Ganze noch potenziert. Wie bereits erwähnt, ich kenne niemanden der keine Angst vor etwas hat!

Darf die Angst unser Leben bestimmen? NEIN!

Für mich stellt sich die Frage, woher kommt denn diese Angst überhaupt? Von INNEN oder von AUSSEN? Was sind die Auslöser dafür? Kannst du deine Angst definieren? Hast du dir darüber mal Gedanken gemacht?

Ich denke jeder hat schon mindestens eine angsteinflößende Situation im Leben erlebt. Ein Beispiel hierfür könnte sein, dass du deiner besten Freundin oder deinem Partner von bestimmten Plänen erzählt hast und sich daraufhin vielleicht folgender Dialog abspielte:

„Ich habe mich für einen Fallschirm-Tandemsprung angemeldet“. Antwort deines Gegenübers: „Waasss, das ist doch viel zu gefährlich, da kann ja alles Mögliche passieren“.

Natürlich möchte man den Menschen beschützen, den man gerne mag oder liebt. Doch woher kam diese Angst so plötzlich? Was für ein Gefühl war das für dein Gegenüber? Es geht womöglich sogar soweit, dass diese Angst auf dich übertragen wurde und du nun von deinem Vorhaben Abstand nimmst. Ist es richtig oder anders formuliert, fühlt es sich gut an, einem anderen Menschen Angst zu machen? Das passiert leider oft völlig unbewusst, weil SEINE Angst SEIN Leben steuert.

Und noch eine etwas provokante Frage: „Haben wir überhaupt das Recht dazu, anderen Angst einzujagen?“ Wie würde sich die nachfolgende Reaktion für dich anfühlen, hätte der Dialog auf diese Weise stattgefunden: „Wow, ich bewundere dich, ich könnte das nicht, aber ich wünsche dir ganz viel Spaß dabei.“

Was meinst du, was der Unterschied zwischen diesen beiden Reaktionen ist? Es ist schlichtweg eine ganz andere Schwingung!

Beobachte einmal, wie oft du deine Ängste an andere weitergibst.

Jeder ist für sich selbst verantwortlich und darf entsprechend die Gefahr selber einschätzen und mit seinen Ängsten auf seine Weise umgehen. Ja und manchmal sollte man seine EIGENEN Erfahrungen auch machen dürfen. Ich spreche hier von einem Dialog zwischen Erwachsenen.

Ängste können jedoch auch übertragen werden, um Menschen zu manipulieren:

Ein Kind oder auch ein Erwachsener wird zum Beispiel sexuell belästigt…. Der Täter sagt zu diesem Kind oder Erwachsenen: „Du darfst nichts erzählen, sonst passiert etwas Schlimmes.“ Diese Drohung ist ein Spiel mit der Angst.

Wie oft werden Menschen durch unterschiedliche Art und Weise manipuliert?

Aufgrund von Angst und Manipulation wurden bereits ganze Kriege entfacht.

Meiner Meinung nach ist es wichtig zu lernen und zu erkennen, in welchen Situationen es um Manipulation geht.

Wo kommt diese Angst her, wurde sie von außen in dich hinein gepflanzt und wenn ja, was kannst du dagegen tun? Welche Möglichkeiten hast du, um dieser Angst entgegenzuwirken?

Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu, diesen Schritt zu gehen. Der größte Gegner der Angst ist und bleibt jedoch der MUT.

Weiterhin gibt es die „inneren“ Ängste. Oft ist es nicht einmal möglich zu benennen oder zu fühlen, woher DIESE Angst überhaupt kommt. Sie kann durch Erlebnisse oder auch Übertragungen hervorgerufen werden. Beispiel: Als Kind musste man erleben, wie die geliebte Oma durch Krankheit verstarb, es wurde jedoch im Familienkreis nie darüber gesprochen. Daraus können später Verlustängste entstehen.

Es gibt unzählige Gründe, die Ängste auslösen können.


Wir können alle etwas verlieren! Es gibt Existenzangst, Angst vor dem Tod, Angst vor Krankheit, Verlustangst und sogar eine Lebensangst.

Meine Erfahrung ist, dass sich Angst potenziert. Es ist wie eine Spirale die sich manifestiert, wenn die Angst nicht angeschaut wird, um sich ihr zu stellen. Das ist nicht einfach, ganz bestimmt nicht. Dennoch können Ängste derart lähmen, dass Körper, Geist und Seele krank werden. Sie schwächen nachweislich selbst das Immunsystem und vieles mehr, deshalb sollte man sich ihnen stellen.

Wenn du dich der Angst stellst und den Mut hast, trotzdem den ersten Schritt nach vorne zu gehen, kann diese Dunkelheit weichen und wieder ins Licht kommen. Denn auch die Angst fürchtet sich. Wenn eine winzige Kerze in einem dunklen Raum angezündet wird, ist der Raum schon nicht mehr ganz so dunkel. Natürlich kann jemand kommen und dieses Licht wieder auspusten, aber wer so ein kleines Licht schon einmal gesehen und gespürt hat, der hat schon weit weniger Angst und zündet es einfach wieder an.

Es ist wichtig, Schritt für Schritt herauszufinden, wo die Prägungen der Angst herkommen. Schau hin, erkenne und werde dir bewusst, um dadurch in die Veränderung kommen zu können. Gehe mit deiner Angst in Kommunikation, also in einen Dialog. Frage sie, woher sie kommt, was sie von dir möchte? Was genau sie von dir möchte! Solche Selbstgespräche können etwas Licht ins Dunkel bringen, ebenso Klarheit und Ruhe. Und noch ein kleiner Tipp: Ersetze das Wort Angst vielleicht in „ich mache mir Gedanken“ oder „ich habe Bedenken“. Entschärfe das machtvolle Wort „Angst“!

Lass nicht zu, dass deine Angst keinen Raum mehr für etwas anderes zulässt. Es geht um das Leben, die Lust auf das Leben, die Lebensfreude und die Lebensqualität!

Oft ist es so, wenn erst einmal etwas auf dem „Tisch“ liegt, sprich erkannt und ausgesprochen wurde, dann verändert es sich schon. Zudem stellt sich die Frage, ob die eine oder andere Angst wirklich immer begründet ist. Wie oft hattest du schon vor etwas Angst und es ist überhaupt nicht so eingetreten?

Was würde es für dich bedeuten, keine oder weniger Angst zu haben? Welche Bilder siehst du, welche Aktivitäten, welche Gefühle?

Möchtest du dein Leben leben? Ich möchte dich dazu ermutigen! Nur du selbst kannst DEIN Leben in die Hand nehmen. Habe den Mut den ersten Schritt zu gehen und bleibe dabei nicht stehen. Immer weitergehen. Du hast es absolut verdient, den Weg ins Vertrauen, in die Freiheit und Zuversicht zu gehen.


Habe keine Hemmschwelle, dir Unterstützung zu holen, damit du aus diesem Hamsterrad der Angst herauskommst. Es geht um Deine Lebenskraft-Lebensfreude-Lebensqualität

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